PDF417 — der gestapelte Barcode für Dokumente
PDF417 stapelt viele kurze Barcode-Zeilen übereinander und bringt so ganze Datensätze auf ein flaches Etikett. Dieser Steckbrief erklärt, wie der gestapelte Code aufgebaut ist, wie viel Text er speichert und warum er auf Ausweisen und Bordkarten steckt.
- Typ
- gestapelter 2D-Barcode (Stacked Linear)
- Aufbau
- 3–90 Zeilen aus je 17 Modulen — daher der Name
- Kapazität
- bis ~1800 Textzeichen
- Fehlerkorrektur
- Reed-Solomon (Stufen 0–8)
- Einsatz
- Ausweise/Führerscheine, Bordkarten, Versandetiketten
Aufbau: Zeilen statt Fläche
PDF417 gehört zu den gestapelten Barcodes: Statt einer einzelnen Balkenreihe wie beim klassischen Handels-Barcode legt er mehrere kurze Barcode-Zeilen übereinander. Eine PDF417-Symbolik besteht aus 3 bis 90 solcher Zeilen. Jede Zeile ist ihrerseits in Codewörterunterteilt, und genau hier steckt der Name: Ein Codewort setzt sich aus vier Balken und vier Lücken zusammen, die zusammen 17 Module breit sind — daraus ergibt sich das Kürzel 417 (4 Balken, 17 Module). PDF wiederum steht für „Portable Data File“, weil das Format als tragbare Datendatei gedacht war, die ihre Information direkt im Aufdruck mitführt.
Am linken und rechten Rand jeder Zeile stehen feste Start- und Stopp-Muster. Sie markieren Anfang und Ende und teilen dem Scanner zugleich mit, welche Zeile er gerade liest — so kann das Lesegerät die Zeilen auch dann korrekt zusammensetzen, wenn es schräg über den Code fährt. Zwischen den Rändern liegen die eigentlichen Datencodewörter sowie zusätzliche Codewörter für die Fehlerkorrektur.
Hohe Textkapazität
Die Stärke von PDF417 ist die Menge an Text, die auf ein flaches Etikett passt. Weil die Daten in vielen Zeilen gestapelt werden, fasst ein einzelnes Symbol bis zu rund 1800 Textzeichen — ein Vielfaches dessen, was ein linearer 1D-Barcode aufnehmen kann. Damit lässt sich nicht nur eine Nummer speichern, sondern ein vollständiger Datensatz: Name, Geburtsdatum, Adresse, Flugdaten oder Sendungsinformationen direkt im Code, ohne dass eine Datenbank nachgeschlagen werden muss.
Wie viel tatsächlich hineinpasst, hängt von zwei Stellschrauben ab: der Zahl der Zeilen und Spalten sowie der gewählten Fehlerkorrektur-Stufe. PDF417 nutzt das Reed-Solomon-Verfahren mit neun Stufen (0 bis 8). Höhere Stufen fügen mehr redundante Codewörter hinzu, sodass ein beschädigter oder teilverdeckter Code weiterhin lesbar bleibt — das kostet allerdings Platz, der dann nicht mehr für Nutzdaten zur Verfügung steht.
Gut zu wissen
Typische Einsatzgebiete
Überall dort, wo Daten mit einem Dokument mitreisen müssen und keine Online-Abfrage vorausgesetzt werden kann, ist PDF417 verbreitet:
- Behördendokumente — auf der Rückseite vieler Führerscheine und Ausweise steckt der komplette Personen-Datenblock als PDF417.
- Luftfahrt — Bordkarten kodieren Passagier-, Flug- und Sitzplatzdaten, die am Gate offline geprüft werden können.
- Logistik — Versand- und Paketetiketten transportieren Empfänger-, Routing- und Sendungsdaten direkt auf dem Aufkleber.
Der Preis für diese Kapazität ist die Baugröße: PDF417 ist vergleichsweise breit und flach und braucht ein Lesegerät, das die ganze Zeilenhöhe erfasst. Wo es auf kleine, quadratische Fläche ankommt, sind andere Formate im Vorteil.
PDF417 im Vergleich
PDF417 ist nur eines von mehreren 2D-Formaten, und jedes hat sein Revier. Der Aztec-Code braucht keine Ruhezone und startet aus der Mitte, weshalb er auf Bahn- und Bordkarten oft an PDF417s Stelle tritt, wenn wenig Rand zur Verfügung steht. Der Data-Matrix-Code ist quadratisch und extrem kompakt und kennzeichnet deshalb winzige Bauteile, wo PDF417 schlicht nicht hinpasst. Für einfache Produktnummern im Handel genügt weiterhin ein linearer EAN-/UPC-Barcode. PDF417 spielt seine Stärke immer dann aus, wenn viel Text flach auf ein Dokument gedruckt werden und ohne Netzverbindung lesbar bleiben soll.
Häufige Fragen
Wofür steht PDF417?
PDF steht für „Portable Data File“ (tragbare Datendatei), die 417 beschreibt den Aufbau eines Codeworts: vier Balken und vier Lücken, verteilt auf 17 Module. Zusammen ergibt das den Namen des Formats.
Wie viele Daten passen hinein?
Ein einzelner PDF417-Symbol fasst je nach Zeilenzahl und Fehlerkorrektur bis zu rund 1800 Textzeichen oder etwa 1100 Byte. Damit speichert er deutlich mehr als ein klassischer 1D-Barcode und eignet sich für komplette Datensätze wie einen Ausweis-Datenblock.
Brauche ich eine App zum Scannen?
Meist ja. Anders als beim QR-Code lesen die Standard-Handykameras PDF417 nicht immer automatisch. In der Praxis kommen spezielle Barcode-Scanner oder Reader-Apps zum Einsatz, etwa beim Boarding am Flughafen oder bei der Ausweisprüfung.
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