EAN- & UPC-Barcodes — die Klassiker im Handel

EAN- und UPC-Barcodes sind die schmalen Strichmuster auf fast jeder Produktverpackung. Dieser Steckbrief erklärt, wie die Balken Ziffern kodieren, was EAN-13 von UPC-A unterscheidet und wo die Grenzen dieser eindimensionalen Klassiker liegen.

Typ
1D-/linearer Barcode
Varianten
EAN-13, EAN-8, UPC-A, UPC-E
Stellen
EAN-13 = 13 Ziffern, UPC-A = 12 Ziffern
Prüfziffer
letzte Stelle (Modulo-10)
Einsatz
Handel, Kasse, Lagerverwaltung

Aufbau: Striche, Ziffern und Prüfziffer

EAN und UPC sind lineare Barcodes, oft 1D-Codes genannt: Die gesamte Information steckt in der Breite abwechselnder schwarzer Balken und weißer Lücken, gelesen wird nur entlang einer einzigen Linie. Jede Ziffer wird durch ein festes Muster aus zwei Balken und zwei Lücken dargestellt, die zusammen sieben Module breit sind. Randmuster am Anfang und Ende sowie ein Trennmuster in der Mitte geben dem Scanner den Takt vor, sodass er die Strichbreiten sicher den Ziffern zuordnen kann.

Die letzte Ziffer ist keine Nutzdatenstelle, sondern eine Prüfziffer. Sie wird nach einem Modulo-10-Verfahren aus den vorangehenden Ziffern berechnet. Beim Scan rechnet das Lesegerät die Prüfsumme erneut aus und vergleicht sie mit der gelesenen Stelle — stimmen sie nicht überein, wird der Scan verworfen. So werden Lesefehler zuverlässig abgefangen, obwohl 1D-Codes keine echte Fehlerkorrektur besitzen.

EAN-13 vs. UPC-A

Historisch entstand UPC-A zuerst in Nordamerika und arbeitet mit 12 Ziffern. Europa führte kurz darauf EAN-13 mit 13 Ziffern ein, um mehr Länder und Hersteller abbilden zu können. Beide Formate sind eng verwandt: UPC-A ist technisch ein Sonderfall von EAN-13 mit einer führenden Null. Ein moderner EAN-13-Scanner liest daher UPC-A ohne Weiteres, weshalb Produkte heute meist grenzüberschreitend an jeder Kasse funktionieren. Für sehr kleine Verpackungen gibt es zusätzlich die verkürzten Varianten EAN-8 und UPC-E, die mit weniger Stellen auskommen.

Was die Ziffern bedeuten

Die Ziffernfolge eines EAN-13 ist grob in drei Blöcke gegliedert:

  • GS1-Präfix — die ersten Stellen verweisen auf die GS1-Länderorganisation, bei der die Nummer registriert wurde (nicht zwingend das Herstellungsland).
  • Herstellernummer — ein von GS1 vergebener Block, der ein bestimmtes Unternehmen eindeutig kennzeichnet.
  • Artikelnummer — die restlichen Stellen, die der Hersteller selbst seinen einzelnen Produkten zuweist, plus die abschließende Prüfziffer.

Wichtig ist: Diese Aufteilung ist nur eine grobe Orientierung. Die tatsächliche Länge von Hersteller- und Artikelnummernblock variiert, und die Nummernkreise werden zentral von GS1 vergeben — sie lassen sich nicht frei erfinden.

Grafik ja, Nummer über GS1

NirooCode erzeugt die Barcode-Grafik zu einer Ziffernfolge, die Sie eingeben. Die offiziell gültige, weltweit eindeutige EAN-/UPC-Nummer selbst wird jedoch von GS1 vergeben. Für den Verkauf im Handel brauchen Sie also beides: eine registrierte Nummer und die daraus erzeugte Strichcode-Grafik.

Die Grenzen von 1D-Codes

Ein EAN-/UPC-Barcode kodiert nichts weiter als eine Nummer. Er verrät weder Preis noch Produktname noch eine Webadresse — all das schlägt das Kassensystem erst anhand der Nummer in seiner Datenbank nach. Das macht 1D-Codes schlank und schnell, aber auch begrenzt: Zusatzinformationen lassen sich nicht direkt im Strichcode mitführen, und ohne passende Datenbank ist die Nummer allein wenig aussagekräftig.

Sollen dagegen Inhalte direkt im Code stecken — ein Link, ein Datensatz, eine Kontaktkarte — greift man zu 2D-Formaten. Ein QR-Code speichert ganze Texte und Adressen und wird deshalb zunehmend ergänzend neben dem klassischen Barcode auf Verpackungen gedruckt. Wo besonders viel Text flach auf ein Etikett soll, kommt der gestapelte PDF417-Code zum Einsatz. Der EAN-/UPC-Barcode bleibt daneben der unschlagbar einfache Standard für die reine Produktkennung an der Kasse.

Häufige Fragen

Woher bekomme ich eine gültige EAN-Nummer?

Offizielle, weltweit eindeutige EAN-/UPC-Nummern werden von der Standardisierungsorganisation GS1 vergeben. Dort registrieren Sie Ihr Unternehmen und erhalten einen Nummernkreis, aus dem Sie Ihren Artikeln einzelne Nummern zuweisen. Ohne GS1-Nummer erzeugter Code ist zwar scanbar, aber nicht offiziell im Handel eindeutig.

Was ist der Unterschied zwischen EAN und UPC?

UPC-A ist das in Nordamerika übliche Format mit 12 Ziffern, EAN-13 das international verbreitete mit 13 Ziffern. Technisch ist UPC-A vollständig in EAN-13 enthalten: Ein EAN-13-Scanner liest UPC-A problemlos, indem er eine führende Null ergänzt.

Kann ich einen EAN-Barcode selbst erstellen?

Die Barcode-Grafik können Sie jederzeit selbst erzeugen — auch mit NirooCode. Die zugrunde liegende, offiziell gültige Artikelnummer müssen Sie jedoch bei GS1 beziehen, damit sie im Handel eindeutig einem Produkt zugeordnet ist.

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